Heirate dich selbst

Dieser provokante Satz ist der Titel eines Buchs von Veit Lindau, auf das ich letztens in unserer Stadtbibliothek gestoßen bin. Es handelt von der Kunst, sich selbst zu lieben. Selbstliebe ist ein sehr schwieriges Thema. Jeder hat doch irgendetwas an sich, das er fürchterlich findet oder für das er sich schämt oder das er im schlimmsten Fall gar nicht sieht, weil er es völlig verdrängt. Und wie stelle ich das denn eigentlich an, mich selbst an die erste Stelle zu setzen, ohne dass ich als Ego abgestempelt werde? Wie setze ich meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche durch, ohne dass die Menschen, die mir nahe stehen, mein Partner und meine Kinder, darunter leiden? Das hört sich erst einmal widersprüchlich an, ist es aber gar nicht. Die Sache ist nämlich die, dass, wenn ich mir meine eigenen Bedürfnisse erfülle, es automatisch den anderen auch besser geht. Ich bin dann nämlich ruhiger, gelassener, eben einfach gut drauf und hadere nicht mehr mit meinem Schicksal.

Veit Lindau lädt in seinem Buch dazu ein, sich erst einmal seine eigenen Kriegsschauplätze bewusst zu machen. Und davon gibt es nämlich eine ganze Menge, zumindest bei mir. Das fängt nämlich beim eigenen Körper an, den man an einigen Stellen am liebsten auf den Mond schießen möchte (zumindest die Leserinnen unter Ihnen werden mir zustimmen) und hört dann bei eigenen Persönlichkeitsanteilen, die einen selber nerven oder mit denen man seine Mitmenschen nervt, auf.

Herr Lindau ist jedenfalls felsenfest davon überzeugt, dass man erst Frieden in der Welt schaffen kann, wenn jeder zuerst mit sich selbst Frieden schließt. Also, worauf warten Sie noch…

Heirate dich selbst von Veit Lindau

Die Macht der Dankbarkeit

Wenn wir abends unseren Tag Revue passieren lassen, gehen uns viele Gedanken durch den Kopf. Meistens sind dies Dinge, die uns ärgern, die nicht so toll gelaufen sind. Da hat eine Kollegin eine dumme Bemerkung gemacht, wir waren aber zu perplex, um schlagfertig zu reagieren. Wir standen wieder im Stau und kamen zu spät zur Arbeit. Das Kind hat eine schlechte Note nach Hause gebracht, obwohl wir das ganze Wochenende zusammen gelernt hatten. Der Partner ist zu müde, um mit uns in einen Kinofilm zu gehen, auf den wir uns schon lange gefreut hatten… und so weiter und so fort. Sie kennen das.

Wie wäre es denn, wenn wir uns nach einem arbeitsreichen Tag einfach einmal hinsetzen würden und uns die Dinge notierten, über die wir uns gefreut haben, die in uns ein gutes Gefühl hinterlassen haben, für die wir einfach dankbar sind. Das mag am Anfang etwas mühsam sein, denn wie wir feststellen werden, sind die negativen Dinge für uns präsenter, bleiben länger im Gedächtnis. Mit etwas Übung kommen jedoch die positiven Dinge in unser Bewusstsein. Das kann das Vogelgezwitscher beim Aufwachen, das morgendliche Wohlgefühl bei einer Tasse Kaffee und der Zeitung sein, die hilfsbereite Geste einer Kollegin, oder die aufmunternden Worte einer Freundin. Wenn Sie erst einmal angefangen haben, sich die guten Dinge des Tages bewusst zu machen und sich auch dafür zu bedanken, steigern Sie nicht nur Ihre Stimmung, sondern stärken auch Ihr Immunsystem, das ist wissenschaftlich bewiesen.

Dankbar sein hat aber nichts mit positivem Denken zu tun, wo wir uns Dinge schönreden und uns damit die Realität verschleiern. Dankbarkeit zeigen für die Dinge, die im Alltag gut gelaufen sind oder uns erfreut haben, heißt, in seine Kraft zu kommen. Durch das Gute, Schöne, was uns widerfahren ist, sind wir gestärkt und können so eher die Dinge aushalten, die nicht so gut laufen. In dem wir dankbar sind für die schönen Dinge unseres Lebens, schaffen wir ein kraftvolles Energiefeld, das bewirkt, dass noch mehr schöne Dinge in unser Leben treten. Probieren Sie es einfach mal aus. Es funktioniert!

Hierzu noch ein Buchtipp: Die Macht der Dankbarkeit von Alfred R. Stielau-Pallas

Neues von bösen Mädchen

Böse Mädchen klein

Lutz Herkenrath ist Schauspieler. Die wenigsten werden seinen Namen kennen. Sein Gesicht schon eher. Er spielte den fiesen Marktleiter Achim Schumann neben Gaby Köster in der erfolgreichen Serie “Ritas Welt”. Bereits davor sah man ihn als Florian Völkel in der Serie “Sonntag und Partner”, was ihm zu seinem Durchbruch im Fernsehen verhalf. Seit 2005 ist er auch Coach. In seinen Seminaren bietet er Erfolgsstrategien für mehr Durchsetzungskraft, Ausstrahlung und Charisma an. Einige dieser Strategien hat Herr Herkenrath in einem Buch zusammengestellt, das ich kürzlich gelesen habe. Der Titel “Böse Mädchen kommen in die Chefetage” ist  nicht ganz neu, denn er lehnt sich an die allseits bekannte Aussage an, dass böse Mädchen überall hinkommen. Warum also nicht auch in die Chefetage.

Erst einmal vorweg. Dieses Buch richtet sich an Frauen. An sogenannte “Schäfchen”, wie Herr Herkenrath sie nennt. Schäfchen sind Menschen, also vornehmlich Frauen – Männer haben dieses Problem weniger – die brav ihre Arbeit tun und dem lieben Frieden willen viel zu viel mit sich machen lassen und keine Grenzen setzen. Damit stellen sie ihr Licht unter den Scheffel und werden oft als nicht so kompetent angesehen wie ihre männlichen Kollegen, obwohl sie ihnen fachlich absolut das Wasser reichen könnten.

Das Buch ist kurzweilig und witzig geschrieben, immer wieder finden sich Fallbeispiele aus seinen Seminaren, und obwohl man sich selbst nicht gern als Schäfchen bezeichnen möchte, kann man sich doch an vielen Stellen wieder erkennen. Herr Herkenrath betont immer wieder, dass es ihm unerklärlich ist, dass Frauen sich gegenseitig nicht unterstützen, keine Netzwerke aufbauen, sondern ihre ganze Energie damit verschleudern, andere Kolleginnen eifersüchtig zu bekriegen und klein zu halten, anstatt sie zu protegieren. Männer machen so etwas nicht. So ist es wahrscheinlich auch zu erklären, warum wir Frauen uns immer noch so schwer tun, in Führungspositionen zu gelangen und dort auch zu bleiben.

Ein sehr lesenswertes Buch, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Lust macht, einige Strategien anzuwenden und damit zur eigenen Stärke zu finden. Wer Interesse an einem Seminar oder Vortrag hat, bitte hier entlang…

Art Garfunkel und das Glück

Es folgt ein wunderschöner Beitrag über Art Garfunkel. Das ist der eine Teil des Duos Simon & Garfunkel, die mit so schönen Balladen wie „Bridge over Troubled Water“ oder „Sounds of Silence“ weltberühmt wurden.

Wenn Sie wissen möchten, warum Art Garfunkel seit 1998 Europa auf seinen zwei Beinen durchquert, warum er ständig Listen macht, zum Beispiel „wie lange Dinge dauern“ oder „alle meine Bücher, die ich jemals gelesen habe“, was er von seiner On-Off-Beziehung zu seinem musikalischen Partner Paul Simon hält oder warum er im Jahre 2010 plötzlich nicht mehr singen konnte, dann folgen Sie mir bitte hier entlang…

Am 20. März war der Tag des Glücks. Haben Sie’s gemerkt? Aus diesem Anlass haben die Vereinten Nationen die glücklichste Playlist der Welt veröffentlicht, auf der viele Prominente einen Song vorstellen, der sie ganz besonders glücklich macht. Einen Auszug davon gibt es hier…

Sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis ist ein Spektakel, das sich alle paar Jahre wiederholt und die Menschen in seinen Bann zieht. Obwohl wir wissen, wie so eine Sonnenfinsternis zustande kommt, nämlich durch die Tatsache, dass der Mond genau zwischen Erde und Sonne steht, und diese damit teilweise oder ganz abdeckt, ist die Faszination groß.

Für unsere Vorfahren war so eine Sonnenfinsternis oft mit starken Ängsten verbunden, denn sie konnten sich diese ja noch nicht rational erklären. In China glaubte man zum Beispiel, dass ein großer Drache die Sonne fressen würde, in Brasilien nahm man an, dass ein großer Vogel die Sonne mit seinen Flügeln verdeckt und die Chippewa-Indianer dachten, die Sonne würde endgültig erlöschen und schossen daher mit ihren Pfeilen in ihre Richtung, um sie wieder zum Strahlen zu bringen. Die Sonne ist unser Lebensspender, mit ihrem Licht und ihrer Wärme sichert sie unser Leben hier auf der Erde. Würde sie verlöschen, wäre auch unser Leben zu Ende. So hatten unsere Vorfahren Angst um ihr Leben, denn sie wussten ja nicht, dass der Mond nach einigen Minuten den Blick auf die Sonne wieder freigibt und sie wieder scheinen lässt.

Ich selbst erinnere mich noch gut an die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999, die man hier bei uns in Süddeutschland gut beobachten konnte. Unsere Kinder waren damals 8 und 6 Jahre alt, also alt genug, um sich für dieses Spektakel begeistern zu lassen. Leider waren an diesem Tag viele Wolken angesagt und wir waren nicht sicher, ob wir die Sonne wirklich zu sehen bekämen. Also fuhren wir – alle vier mit Brillen ausgestattet – der Sonne entgegen. Wo immer wir auch unser Auto parkten und ausstiegen, schoben sich Wolken vor die Sonne. Wir waren schon ganz aufgeregt, denn es waren nur noch wenige Minuten, bis zur totalen Sonnenfinsternis. Aber wir waren auch nicht bereit aufzugeben, wir waren fest entschlossen, dieses Ereignis in voller Schönheit mitzuerleben. Mein Mann hängte sich immer wieder ans Steuer und fuhr einige Kilometer weiter bis zu einer Wolkenlücke, aber sobald wir ausstiegen, schoben sich Wolken vor die Sonne. Wir waren fast schon am Verzweifeln, als sich die Wolken plötzlich zurückzogen und die Sonne freigaben, vor die sich soeben der dunkle Mondschatten geschoben hatte. Fasziniert schauten wir alle vier in Richtung Himmel und jeder von uns hat gespürt, dass da etwas ganz Eigenartiges vor sich ging. Es wurde dunkler, die Vögel hörten auf zu zwitschern und es war für einen kurzen Moment so, als wenn die Welt still stehen würde. Ein kurzer Augenblick nur, und dann war alles schon wieder vorbei.

So eine Sonnenfinsternis ist eigentlich ein wunderbarer Moment, um kurz innezuhalten und sich bewusst zu machen, wie sehr wir mit der Natur verbunden sind und wie sehr wir sie brauchen, um zu leben.

Im Einklang mit der Natur

See im Nebel klein

Wolf-Dieter Storl ist ein Naturmensch. In den Wäldern von Ohio aufgewachsen, durchstöberte er als Jugendlicher jeden Wasserlauf und jeden Sumpf. Er kannte dort alle alten Bäume, denen er sogar Namen gab. Dort sind ihm – nach eigenen Angaben – Tier- und Pflanzengeister durch die Seele getanzt. Er schloss Freundschaft mit Fischen, Schildkröten und Waschbären und verhandelte mit den Mücken, dass sie ihn nicht stechen sollten. Seine enge Verbindung zur Natur beschreibt Herr Storl in seinen inzwischen zahlreichen Büchern.

Herr Storl bezeichnet sich nicht als Schamane. Denn Schamanen sind tief in ihrer Kultur verwurzelte, auserwählte Menschen, die sich mit Hilfe bestimmter Techniken, wie z.B. des Seelenflugs oder der Astralreise vom eigenen Körper ablösen können, um sich mit einem anderen Wesen, sei es Mensch, Tier oder Pflanze so zu verbinden, um durch ihre Augen zu sehen und durch ihre Sinne zu fühlen. Ein Schamane sei er keiner, sagt Herr Storl. Das ist ihm wichtig. Auch hält er nichts vom der aktuellen Schamanismus-Welle, die aus Amerika zu uns herüber schwappt. Was echtes Schamanentum ausmacht, beschreibt er in diesem Buch.

Herr Storl hat ein immenses Wissen über Tiere und Pflanzen angesammelt und es ist faszinierend, ihm zuzuhören. Er hat einiges zu erzählen und man möchte seine Bücher gar nicht mehr aus der Hand legen. Egal, ob er uns die Pflanzen näherbringt, die übrigens hoch entwickelte Wesen sind, oder ob er von Krafttieren erzählt, wie dem Wolf, dem Geier, dem Hirsch, dem Wildschwein oder dem Bären, dem er ein außergewöhnliches und sehr empfehlenswertes Buch gewidmet hat, alles zeugt von einer unglaublichen Liebe zur Natur. Die meisten von uns sind so fest gefahren in unserer materiellen Welt, in einer Welt des Computers und des Fernsehens, dass wir jegliche Verbindung zu unserem Ursprung verloren haben. Um uns diese Verbindung wieder näher zu bringen, veranstaltet Herr Storl Kräuterseminare und Baummeditationen, wo jeder Teilnehmer sich unter einen Baum seiner Wahl setzen und mit ihm Kontakt aufnehmen darf. Diese Anregung werde ich baldmöglichst zum Anlass nehmen, um mich an einem schönen Frühlingstag unter einen alten Baum zu setzen und zuzuhören, was er mir zu erzählen hat.

Mental Healing, Selbstheilungskräfte

_MG_5296 klein

Wieder ein Buch, das mich sehr beeindruckt hat. Gesundheitsthemen faszinieren mich immer, nicht zuletzt wegen meines beruflich bedingten medizinischen Hintergrunds, aber dieses Buch hat mich besonders gepackt. Der Autor, Herr Clemens Kuby, ein Filmemacher und Autor, ist manchen vielleicht bekannt durch seine Querschnittslähmung, die er nur durch die Kraft seiner Gedanken und seiner Seele heilte. Alles nachzulesen in seinem Buch “In die nächste Dimension” über das ich hier berichtet habe.

Der Tag, an dem sich das Leben von Herrn Kuby radikal änderte, liegt fast 30 Jahre zurück. Damals fiel er von seinem Dach, ca. 5 Meter in die Tiefe. Er überlebte den Sturz, war aber querschnittsgelähmt. Es dauerte ungefähr 12 Monate bis er das Krankenhaus auf seinen eigenen Beinen verließ und seitdem ein völlig normales Leben führt – für Ärzte ein medizinisches Wunder, für Herrn Kuby eine Heilung auf einer höheren Ebene, zu der wir alle imstande sind, wenn wir es nur wollen. Um sich selbst heilen zu können, ist es wichtig, wieder in Kontakt mit seiner Seele zu kommen, ein Kontakt, den leider die meisten von uns verloren haben. Wir werden getrieben von Verpflichtungen in Job und Familie, hasten von einem Termin zum anderen, wollen so viel wie möglich erreichen, doch entfernen wir uns immer mehr von unserem Selbst. Wir wissen gar nicht mehr, was unsere Seele eigentlich will und was uns glücklich, und damit auch gesund und heil macht.

Um uns mit unsere Seele wieder zu verbinden, hat Herr Kuby die Methode des “Seelenschreibens” entwickelt. Wer genau wissen will, wie das geht, sollte dieses Buch lesen. Ich hab es ausprobiert, und ich kann versichern, dass es funktioniert. Wer sich ein bisschen mit System- oder Familienaufstellungen auskennt, wird hier Teile davon wiederfinden. Während man bei solchen Aufstellungen das Problem oder Thema mit Stellvertretern, die die eigentlichen Familienmitglieder ersetzen, bewusst macht und auflöst, ist man beim Seelenschreiben allein auf sich gestellt. Das hat den Vorteil, dass man genau den Kern des Themas trifft, denn die eigene Seele weiß immer am besten, was “fehlt”.

Die einzige Voraussetzung, die man für das Seelenschreiben braucht, ist Stille und Zeit für sich. Etwas Hartnäckigkeit und Ausdauer wären auch nicht schlecht, denn oft will man zuviel auf einmal und man möchte, dass sich unbedingt etwas zeigt. Wenn man sich jedoch nicht unter Druck setzt und geduldig auf die Bilder warten kann, die dann irgendwann auftauchen, kommt man immer tiefer und tiefer bis zum eigentlichen Punkt, um den es geht und die Lösung zeigt sich dann auch ganz wie von selbst.

Für Menschen, die sich das selbst nicht zutrauen und die sich in einer Gruppe sicherer fühlen, bietet Herr Kuby auch Workshops an. Links und Adressen findet man in seinem Buch.

Leben im Jetzt, Teil 2

IMG_5231 klein

“Sorge dich nicht, lebe” heißt ein Bestseller von Dale Carnegie, in dem er beschreibt, wie man sich von alltäglichen Sorgen und Ängsten befreien kann, die einen nur daran hindern, im Augenblick zu leben und es damit immer wieder verhindern, einfach glücklich zu sein. Sobald wir jemanden lieben, sei es unser Partner, unsere Kinder, Verwandte oder Freunde, sorgen wir uns auch um sie. Natürlich möchten wir, dass es ihnen gut geht, dass sie glücklich sind. Aber seien Sie mal ehrlich, hat Ihre Sorge um Ihre Mitmenschen diesen jemals wirklich geholfen?

Sorgen und Ängste sind nämlich immer in die Zukunft gerichtet, d.h. sie bringen uns weg vom Augenblick. Wir machen uns zu viele Gedanken, um das, was passieren könnte. Wenn unser Denken aber in die Zukunft gerichtet ist und unsere Gedanken ständig abschweifen, kommen in den allermeisten Fällen Ängste hoch. Das ist normal, denn wir wissen ja nicht, was morgen, in ein paar Tagen oder Jahren geschehen wird. Dies verschafft und ein Gefühl von Unsicherheit. Wir haben keine Kontrolle mehr.

Negative Gedanken aber lähmen unsere Aktivität. Sie sind der Feind des Augenblicks. Wenn unser Leben zu sehr in die Zukunft gerichtet ist, vergessen wir, im jetzigen Moment zu leben. Nur hier findet das Leben statt. Wie oft machen wir uns über ein zukünftiges Ereignis Sorgen, grübeln und schlafen nachts schlecht. Ist dieses Ereignis jedoch da, haben wir die Kraft und Energie, es zu meistern und unsere Ängste und Sorgen waren wieder einmal umsonst.

Sich um jemanden zu sorgen, wird meist mit Liebe gleichgesetzt. Dabei haben Sorgen mit Liebe überhaupt nichts zu tun. Sorgt man sich z.B. um seine Kinder, lähmt man nur sich selbst. Den Kindern hilft das gar nichts. Lebt man jedoch bewusst in jedem Augenblick, spürt man die eigene Stärke und schenkt seinen Lieben dadurch Kraft und Selbstbewusstsein, ihre Situation alleine zu meistern. Bewusste und starke Menschen strahlen Sicherheit aus. Sicherheit, dass am Ende alles gut ist. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

Herr Carnegie hat übrigens einen Kalender herausgebracht, mit wunderschönen Bildern und Worten, die einen 365 mal im Jahr daran erinnern sollen, im Hier und Jetzt zu sein – eine unbedingte Kaufempfehlung!

Leben im Jetzt, Teil 1

Im Hier und Jetzt zu leben, nur den Augenblick wahrzunehmen und genau diesen Moment mit Leben zu füllen, hört sich zwar leicht an, ist aber kein leichtes Unterfangen. Für mich jedenfalls. Viele spirituellen Meister lehren uns, wie wichtig es ist, im Jetzt präsent zu sein, denn nur hier findet das Leben statt. Nur im jetzigen Moment können wir aktiv sein, etwas bewirken. Die Vergangenheit ist längst passé, was einmal gesagt oder getan ist, kann man nicht mehr rückgängig machen. Ähnlich verhält es sich mit der Zukunft. Was noch nicht geschehen ist, kann ich theoretisch noch beeinflussen, aber eben nur im jetzigen Augenblick, also erst, wenn die Zukunft zum Jetzt geworden ist. Alles, was in der Zukunft passieren wird, ist vom jetzigen Zeitpunkt aus gesehen reine Spekulation. Es ist also völlig unproduktiv, sich mit der Vergangenheit und der Zukunft allzu lange zu beschäftigen.

Für mich selbst habe ich zwei Erkennungszeichen ausgemacht, die mir zeigen, dass ich mich nicht im Hier und Jetzt befinde. Diese zwei Kennzeichen sind Schuldgefühle und Sorgen.

Schuldgefühle resultieren immer aus der Vergangenheit. Sie entstehen als Folge meines Verhaltens. Ich quäle mich mit einem Ereignis herum, das schon längst vorbei ist, weil ich denke, ich hätte anders handeln sollen oder müssen. Schuldgefühle sind der absolute Feind des Augenblicks, denn sie bringen einen dazu, in der Vergangenheit herumzuwühlen und sich mit Dingen zu beschäftigen, die sowieso nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Mit Schuldgefühlen sind wir schon von Kindesbeinen an vertraut. “Du bist kein braves Kind, wenn du das noch einmal tust”. “Du solltest dich schämen!”. “Wenn du deine Hausaufgaben nicht machst, wird später nichts aus dir werden!” Auch in der Partnerschaft werden sie gerne hervorgeholt: “Du liebst mich nicht genug, sonst würdest du dich anders verhalten!”, oder: “Komm mir bloß nicht zu nahe, nachdem du mich so enttäuscht hast”.  Die berufliche Variante kann so oder ähnlich lauten: “Wenn Sie nicht bereit sind Überstunden zu machen, sollten Sie mal überlegen, ob dies die richtige Stelle für Sie ist” und so weiter und so fort.

Leider sind es nicht nur unsere bösen Mitmenschen, die uns Schuldgefühle eintrichtern. Das können wir nämlich selbst auch ganz gut, z.B. wenn wir irgendwelche Vorschriften, moralischen Gesetze oder selbstauferlegte Normen übertreten haben. Man kann sich Vorwürfe machen, wenn man zu jemandem grob war, wenn man seine Eltern zu selten besucht oder wenn man ein gutes Buch liest, obwohl man den Dachboden aufräumen sollte…die Liste ist lang.

Wenn man sich mit Schuldgefühlen ertappt, sollte man sich immer klar machen, dass dies völlig unnütze Gedanken sind. Selbst wenn man sein Handeln zutiefst bereut, kann man es nicht mehr ungeschehen machen. Solch ein  Denken führt uns weg vom Jetzt, also vom eigentlichen Leben, und lähmt jegliche Aktivität.

Über den zweiten Störenfried des Lebens im Hier und Jetzt, die Sorgen, lesen Sie demnächst hier in diesem Blog.