Kategorie-Archiv: Bücher

Heirate dich selbst

Dieser provokante Satz ist der Titel eines Buchs von Veit Lindau, auf das ich letztens in unserer Stadtbibliothek gestoßen bin. Es handelt von der Kunst, sich selbst zu lieben. Selbstliebe ist ein sehr schwieriges Thema. Jeder hat doch irgendetwas an sich, das er fürchterlich findet oder für das er sich schämt oder das er im schlimmsten Fall gar nicht sieht, weil er es völlig verdrängt. Und wie stelle ich das denn eigentlich an, mich selbst an die erste Stelle zu setzen, ohne dass ich als Ego abgestempelt werde? Wie setze ich meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche durch, ohne dass die Menschen, die mir nahe stehen, mein Partner und meine Kinder, darunter leiden? Das hört sich erst einmal widersprüchlich an, ist es aber gar nicht. Die Sache ist nämlich die, dass, wenn ich mir meine eigenen Bedürfnisse erfülle, es automatisch den anderen auch besser geht. Ich bin dann nämlich ruhiger, gelassener, eben einfach gut drauf und hadere nicht mehr mit meinem Schicksal.

Veit Lindau lädt in seinem Buch dazu ein, sich erst einmal seine eigenen Kriegsschauplätze bewusst zu machen. Und davon gibt es nämlich eine ganze Menge, zumindest bei mir. Das fängt nämlich beim eigenen Körper an, den man an einigen Stellen am liebsten auf den Mond schießen möchte (zumindest die Leserinnen unter Ihnen werden mir zustimmen) und hört dann bei eigenen Persönlichkeitsanteilen, die einen selber nerven oder mit denen man seine Mitmenschen nervt, auf.

Herr Lindau ist jedenfalls felsenfest davon überzeugt, dass man erst Frieden in der Welt schaffen kann, wenn jeder zuerst mit sich selbst Frieden schließt. Also, worauf warten Sie noch…

Heirate dich selbst von Veit Lindau

Die Macht der Dankbarkeit

Wenn wir abends unseren Tag Revue passieren lassen, gehen uns viele Gedanken durch den Kopf. Meistens sind dies Dinge, die uns ärgern, die nicht so toll gelaufen sind. Da hat eine Kollegin eine dumme Bemerkung gemacht, wir waren aber zu perplex, um schlagfertig zu reagieren. Wir standen wieder im Stau und kamen zu spät zur Arbeit. Das Kind hat eine schlechte Note nach Hause gebracht, obwohl wir das ganze Wochenende zusammen gelernt hatten. Der Partner ist zu müde, um mit uns in einen Kinofilm zu gehen, auf den wir uns schon lange gefreut hatten… und so weiter und so fort. Sie kennen das.

Wie wäre es denn, wenn wir uns nach einem arbeitsreichen Tag einfach einmal hinsetzen würden und uns die Dinge notierten, über die wir uns gefreut haben, die in uns ein gutes Gefühl hinterlassen haben, für die wir einfach dankbar sind. Das mag am Anfang etwas mühsam sein, denn wie wir feststellen werden, sind die negativen Dinge für uns präsenter, bleiben länger im Gedächtnis. Mit etwas Übung kommen jedoch die positiven Dinge in unser Bewusstsein. Das kann das Vogelgezwitscher beim Aufwachen, das morgendliche Wohlgefühl bei einer Tasse Kaffee und der Zeitung sein, die hilfsbereite Geste einer Kollegin, oder die aufmunternden Worte einer Freundin. Wenn Sie erst einmal angefangen haben, sich die guten Dinge des Tages bewusst zu machen und sich auch dafür zu bedanken, steigern Sie nicht nur Ihre Stimmung, sondern stärken auch Ihr Immunsystem, das ist wissenschaftlich bewiesen.

Dankbar sein hat aber nichts mit positivem Denken zu tun, wo wir uns Dinge schönreden und uns damit die Realität verschleiern. Dankbarkeit zeigen für die Dinge, die im Alltag gut gelaufen sind oder uns erfreut haben, heißt, in seine Kraft zu kommen. Durch das Gute, Schöne, was uns widerfahren ist, sind wir gestärkt und können so eher die Dinge aushalten, die nicht so gut laufen. In dem wir dankbar sind für die schönen Dinge unseres Lebens, schaffen wir ein kraftvolles Energiefeld, das bewirkt, dass noch mehr schöne Dinge in unser Leben treten. Probieren Sie es einfach mal aus. Es funktioniert!

Hierzu noch ein Buchtipp: Die Macht der Dankbarkeit von Alfred R. Stielau-Pallas

Neues von bösen Mädchen

Böse Mädchen klein

Lutz Herkenrath ist Schauspieler. Die wenigsten werden seinen Namen kennen. Sein Gesicht schon eher. Er spielte den fiesen Marktleiter Achim Schumann neben Gaby Köster in der erfolgreichen Serie “Ritas Welt”. Bereits davor sah man ihn als Florian Völkel in der Serie “Sonntag und Partner”, was ihm zu seinem Durchbruch im Fernsehen verhalf. Seit 2005 ist er auch Coach. In seinen Seminaren bietet er Erfolgsstrategien für mehr Durchsetzungskraft, Ausstrahlung und Charisma an. Einige dieser Strategien hat Herr Herkenrath in einem Buch zusammengestellt, das ich kürzlich gelesen habe. Der Titel “Böse Mädchen kommen in die Chefetage” ist  nicht ganz neu, denn er lehnt sich an die allseits bekannte Aussage an, dass böse Mädchen überall hinkommen. Warum also nicht auch in die Chefetage.

Erst einmal vorweg. Dieses Buch richtet sich an Frauen. An sogenannte “Schäfchen”, wie Herr Herkenrath sie nennt. Schäfchen sind Menschen, also vornehmlich Frauen – Männer haben dieses Problem weniger – die brav ihre Arbeit tun und dem lieben Frieden willen viel zu viel mit sich machen lassen und keine Grenzen setzen. Damit stellen sie ihr Licht unter den Scheffel und werden oft als nicht so kompetent angesehen wie ihre männlichen Kollegen, obwohl sie ihnen fachlich absolut das Wasser reichen könnten.

Das Buch ist kurzweilig und witzig geschrieben, immer wieder finden sich Fallbeispiele aus seinen Seminaren, und obwohl man sich selbst nicht gern als Schäfchen bezeichnen möchte, kann man sich doch an vielen Stellen wieder erkennen. Herr Herkenrath betont immer wieder, dass es ihm unerklärlich ist, dass Frauen sich gegenseitig nicht unterstützen, keine Netzwerke aufbauen, sondern ihre ganze Energie damit verschleudern, andere Kolleginnen eifersüchtig zu bekriegen und klein zu halten, anstatt sie zu protegieren. Männer machen so etwas nicht. So ist es wahrscheinlich auch zu erklären, warum wir Frauen uns immer noch so schwer tun, in Führungspositionen zu gelangen und dort auch zu bleiben.

Ein sehr lesenswertes Buch, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Lust macht, einige Strategien anzuwenden und damit zur eigenen Stärke zu finden. Wer Interesse an einem Seminar oder Vortrag hat, bitte hier entlang…

Im Einklang mit der Natur

See im Nebel klein

Wolf-Dieter Storl ist ein Naturmensch. In den Wäldern von Ohio aufgewachsen, durchstöberte er als Jugendlicher jeden Wasserlauf und jeden Sumpf. Er kannte dort alle alten Bäume, denen er sogar Namen gab. Dort sind ihm – nach eigenen Angaben – Tier- und Pflanzengeister durch die Seele getanzt. Er schloss Freundschaft mit Fischen, Schildkröten und Waschbären und verhandelte mit den Mücken, dass sie ihn nicht stechen sollten. Seine enge Verbindung zur Natur beschreibt Herr Storl in seinen inzwischen zahlreichen Büchern.

Herr Storl bezeichnet sich nicht als Schamane. Denn Schamanen sind tief in ihrer Kultur verwurzelte, auserwählte Menschen, die sich mit Hilfe bestimmter Techniken, wie z.B. des Seelenflugs oder der Astralreise vom eigenen Körper ablösen können, um sich mit einem anderen Wesen, sei es Mensch, Tier oder Pflanze so zu verbinden, um durch ihre Augen zu sehen und durch ihre Sinne zu fühlen. Ein Schamane sei er keiner, sagt Herr Storl. Das ist ihm wichtig. Auch hält er nichts vom der aktuellen Schamanismus-Welle, die aus Amerika zu uns herüber schwappt. Was echtes Schamanentum ausmacht, beschreibt er in diesem Buch.

Herr Storl hat ein immenses Wissen über Tiere und Pflanzen angesammelt und es ist faszinierend, ihm zuzuhören. Er hat einiges zu erzählen und man möchte seine Bücher gar nicht mehr aus der Hand legen. Egal, ob er uns die Pflanzen näherbringt, die übrigens hoch entwickelte Wesen sind, oder ob er von Krafttieren erzählt, wie dem Wolf, dem Geier, dem Hirsch, dem Wildschwein oder dem Bären, dem er ein außergewöhnliches und sehr empfehlenswertes Buch gewidmet hat, alles zeugt von einer unglaublichen Liebe zur Natur. Die meisten von uns sind so fest gefahren in unserer materiellen Welt, in einer Welt des Computers und des Fernsehens, dass wir jegliche Verbindung zu unserem Ursprung verloren haben. Um uns diese Verbindung wieder näher zu bringen, veranstaltet Herr Storl Kräuterseminare und Baummeditationen, wo jeder Teilnehmer sich unter einen Baum seiner Wahl setzen und mit ihm Kontakt aufnehmen darf. Diese Anregung werde ich baldmöglichst zum Anlass nehmen, um mich an einem schönen Frühlingstag unter einen alten Baum zu setzen und zuzuhören, was er mir zu erzählen hat.

Mental Healing, Selbstheilungskräfte

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Wieder ein Buch, das mich sehr beeindruckt hat. Gesundheitsthemen faszinieren mich immer, nicht zuletzt wegen meines beruflich bedingten medizinischen Hintergrunds, aber dieses Buch hat mich besonders gepackt. Der Autor, Herr Clemens Kuby, ein Filmemacher und Autor, ist manchen vielleicht bekannt durch seine Querschnittslähmung, die er nur durch die Kraft seiner Gedanken und seiner Seele heilte. Alles nachzulesen in seinem Buch “In die nächste Dimension” über das ich hier berichtet habe.

Der Tag, an dem sich das Leben von Herrn Kuby radikal änderte, liegt fast 30 Jahre zurück. Damals fiel er von seinem Dach, ca. 5 Meter in die Tiefe. Er überlebte den Sturz, war aber querschnittsgelähmt. Es dauerte ungefähr 12 Monate bis er das Krankenhaus auf seinen eigenen Beinen verließ und seitdem ein völlig normales Leben führt – für Ärzte ein medizinisches Wunder, für Herrn Kuby eine Heilung auf einer höheren Ebene, zu der wir alle imstande sind, wenn wir es nur wollen. Um sich selbst heilen zu können, ist es wichtig, wieder in Kontakt mit seiner Seele zu kommen, ein Kontakt, den leider die meisten von uns verloren haben. Wir werden getrieben von Verpflichtungen in Job und Familie, hasten von einem Termin zum anderen, wollen so viel wie möglich erreichen, doch entfernen wir uns immer mehr von unserem Selbst. Wir wissen gar nicht mehr, was unsere Seele eigentlich will und was uns glücklich, und damit auch gesund und heil macht.

Um uns mit unsere Seele wieder zu verbinden, hat Herr Kuby die Methode des “Seelenschreibens” entwickelt. Wer genau wissen will, wie das geht, sollte dieses Buch lesen. Ich hab es ausprobiert, und ich kann versichern, dass es funktioniert. Wer sich ein bisschen mit System- oder Familienaufstellungen auskennt, wird hier Teile davon wiederfinden. Während man bei solchen Aufstellungen das Problem oder Thema mit Stellvertretern, die die eigentlichen Familienmitglieder ersetzen, bewusst macht und auflöst, ist man beim Seelenschreiben allein auf sich gestellt. Das hat den Vorteil, dass man genau den Kern des Themas trifft, denn die eigene Seele weiß immer am besten, was “fehlt”.

Die einzige Voraussetzung, die man für das Seelenschreiben braucht, ist Stille und Zeit für sich. Etwas Hartnäckigkeit und Ausdauer wären auch nicht schlecht, denn oft will man zuviel auf einmal und man möchte, dass sich unbedingt etwas zeigt. Wenn man sich jedoch nicht unter Druck setzt und geduldig auf die Bilder warten kann, die dann irgendwann auftauchen, kommt man immer tiefer und tiefer bis zum eigentlichen Punkt, um den es geht und die Lösung zeigt sich dann auch ganz wie von selbst.

Für Menschen, die sich das selbst nicht zutrauen und die sich in einer Gruppe sicherer fühlen, bietet Herr Kuby auch Workshops an. Links und Adressen findet man in seinem Buch.

Ohne Worte von Thorsten Havener

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Über Weihnachten habe ich ein Buch gelesen, das mich sehr beeindruckt und auch inspiriert hat. “Ohne Worte” ist ein Buch über Körpersprache. Nun ist dies nichts Neues, schließlich gibt es genug Bücher darüber, wie wir unsere Mitmenschen aufgrund ihres Gesichtsausdrucks und ihrer Gesten besser verstehen können. Aber dieses Buch ist anders. Herr Havener ist gelernter Übersetzer, begeisterter Zauberer und durch jahrzehntelanges Training im Beobachten von Menschen ein Meister der Körpersprache geworden, wie er sich selbst bezeichnet.

Bekannt wurde er durch spektakuläre Dinge, wie z.B. die Suche einer vesteckten Person unter Millionen Menschen mit dem Hubschrauber oder das Manövrieren eines Autos mit verbundenen Augen über eine steile Bergstrecke nur mit der Gedankenkraft seines Beifahrers.

Man könnte jetzt denken, dieses Buch – übrigens bereits auf der Spiegel-Bestsellerliste – wäre jetzt ebenso spektakulär. Dem ist nicht so. Herr Havener macht uns in sympathischer Zurückhaltung klar, wie wichtig einerseits das richtige Deuten der Körpersprache sein kann. Dies verlangt jedoch viel Übung und Ausdauer bis man einen Mitmenschen zuverlässig durch die Sprache seines Körpers einschätzen kann. Jeder Mensch hat nämlich eine sogenannte “Baseline”, d.h. einen ganz individuellen Ausdruck, den es erst mal zu entschlüsseln gilt. Mit etwas Übung gelingt dies jedoch, laut Herrn Havener, bereits recht schnell. Was dann kommt, ist das wirklich Interessante. Indem man sein Gegenüber in unterschiedlichen Situationen beobachtet, wie er z.B. reagiert, wenn er selbstsicher, verlegen, ablehnend etc. ist, bekommt man nach und nach ein Gefühl dafür, was in ihm vor geht. Denn seine Worte sagen uns nicht immer alles und können manchmal ganz schön im Widerspruch zu dem stehen, was er wirklich denkt und fühlt.

Aufschlussreich und amüsant zugleich ist die Szene im Cafe, das Herr Havener besucht, um jeweils zwei Pärchen an den Nachbartischen zu analysieren. Was er da allein durch die Körpersprache an Erkenntnissen, z.B. über den Beziehungsstatus oder über deren Vorlieben gewinnt, ohne mit den Paaren je ein Wort gewechselt zu haben, ist verblüffend.

Ich jedenfalls habe nach der Lektüre richtig Lust darauf bekommen, meine Mitmenschen zu beobachten und dadurch tiefer in ihr Inneres blicken zu können. Wenn man bedenkt, dass laut einer Studie der University of California emotionale Botschaften nur zu 7 % durch Worte vermittelt werden, zu 38 % durch den Tonfall der Stimme und zu 55 % durch die Körpersprache, dann lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit diesen 55 Prozent näher zu befassen.

Limbi von Werner Tiki Küstenmacher

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Und wieder ein Buchvorschlag für alle Spätentschlossenen, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen: Limbi von Werner Tiki Küstenmacher. Herr Küstenmacher ist der Autor des Bestsellers: Simplify your life. Vielleicht hat das der eine oder andere von Ihnen gelesen. Limbi ist sein neuestes Werk und es ist nicht nur unterhaltsam und lustig, es gibt auch – wie bereits in seinem Vorgängerbuch – jede Menge Anregungen und Tipps  sich, und damit seine Umwelt, besser zu verstehen.

Limbi ist die Abkürzung für Limbisches System, das ein Areal in unserem Gehirn bezeichnet, das für unsere Emotionen und Entscheidungen zuständig ist. Dann gibt es noch den Neokortex, die Großhirnrinde, der Gegenspieler von Limbi, wo unser rationales Denken und unsere Urteilsfähigkeit stattfindet. Unsere Großhirnrinde ist hochentwickelt und hat enorme analytische Fähigkeiten, kann Fakten gegenüberstellen und Entscheidungen vorbereiten. Leider funkt da immer wieder Limbi dazwischen, der blitzschnell agiert und eng mit unserem Körper zusammenarbeitet. Er ist verantwortlich für unser sogenanntes “Bauchgefühl” und obwohl wir vieles rational beurteilen und erklären können, sagt uns unser Bauchgefühl, unser Limbi also, meist viel besser, was für uns richtig oder falsch ist.

Herr Küstenmacher plädiert nun dafür, unseren Limbi ernst zu nehmen, d.h. mit ihm zu kommunizieren, ihm zuzuhören und auf ihn zu hören, um damit glücklicher durchs Leben zu gehen. Da Herr Küstenmacher auch noch ein begnadeter Cartoonist ist, hat er Limbi als Figur erschaffen, ein Wesen weder Mensch noch Tier. Dieser Limbi hüpft nun munter durch das ganze Buch, und unterstreicht so mit zahlreichen Cartoons, was der Autor uns sagen möchte.

Das Buch ist klar strukturiert, es gibt zahlreiche Themenbereiche, in denen Limbi sich austobt, z.B. Limbi und die Zeit, Limbi und das Geld, Limbi und der Körper, Limbi und die Liebe etc. Und immer regt Herr Küstenmacher den Leser an, mit seinem Limbi in Kontakt zu kommen und sich so ein bisschen besser kennen und verstehen zu lernen. Limbi ist ein liebevoll gemachtes Buch, das man gerne liest und wenn man will, kann man den einen oder anderen Tipp in die Tat umsetzen und sehen was passiert.

Sachen machen von Isabel Bogdan

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Kennen Sie das auch, dass Sie tausend Dinge tun wollen, aber keine Zeit dazu haben oder aus irgendeinem anderen Grund nicht dazukommen? Ich zum Beispiel hatte mir diesen Sommer ganz fest vorgenommen einmal Stand-up Paddling auszuprobieren. Man steht auf einer Art Surfbrett, hat ein Paddel in der Hand und versucht so, sich auf einem See oder sonstigem Gewässer vorwärts zu bewegen. Soll total viel Spaß machen. Habe ich aber diesen Sommer leider verpasst. Keine Zeit oder schlechtes Wetter oder was weiß ich.

Isabel Bogdan hat all diese Dinge, die sie immer schon tun wollte, wirklich gemacht und ein Buch darüber geschrieben. “Sachen machen” ist amüsant und locker geschrieben und man staunt mit jeder Seite, was man denn so alles ausprobieren kann. Frau Bogdan ist in Siebenmeilenstiefeln durch Hamburg gehüpft, war in einer Salzgrotte, zu Gast bei Punks, in einem Schlachthof, hat Aqua Bouncing und Floating ausprobiert und war beim Heavy Metal-Festival in Wacken (meine persönliche Lieblingsgeschichte). 43 Sachen hat Frau Bogdan unternommen und man möchte sich am liebsten gleich aufmachen und einige dieser Dinge am eigenen Leib erleben. Eine tolle Idee, ein schönes Buch und auch ein prima Weihnachtsgeschenk.

Und nächsten Sommer werde ich ganz sicher Stand-up-Paddeln. Versprochen.

Isabel Allende. Amandas Suche

Isabel Allende hat einen Krimi geschrieben. Ihren ersten. Als großer Allende-Fan, der alles von Frau Allende bisher zu Papier gebrachte verschlungen hat, musste ich dieses neue Werk natürlich lesen. Angefangen bei ihrem großen Erfolg “Das Geisterhaus” über “Von Liebe und Schatten”, “Eva Luna”, “Der unendliche Plan” bis hin zu “Paula”, einem  sehr persönlichen und ergreifenden Buch über die Krankheit und den Verlust ihrer Tochter, habe ich alles von Frau Allende im Bücherregal stehen. Mich faszinieren diese Geschichten über gesellschaftliche Themen, die sie in einen politischen Kontext verpackt und anhand von historischen Familienschicksalen in einem wunderbar leichten und doch detaillierten Schreibstil erzählt.

Zugegeben, meine Erwartungen waren groß und sie wurden leider nicht  erfüllt. Was Frau Allende in ihren früheren Werken meisterhaft beherrschte, nämlich die Erzählkunst, taugt für einen Krimi nicht unbedingt. Für meinen Geschmack sind viel zu viele Protagonisten am Werk, die Hauptperson Amanda, deren Ripper-Bande, die hobbymäßig Morde aufklärt, ihre Mutter Indiana, ein Spät-Hippie in den Dreißigern, deren zahlreiche Freunde und Patienten, zuletzt noch Amandas Vater, ein Kriminalbeamter. Mit Hilfe seiner Tochter Amanda klärt er am Ende die grausamen Morde eines Serienkillers auf. Das Buch bedient alle Klischees, von der Esoterik bis zur Heiler-Szene.

Da Frau Allende wunderbare Beschreibungen liefern kann, tut sie das auch ausführlich, besonders was die unappetitlichen Details der Mordserie betrifft. Das muss nicht unbedingt sein. Leider bewirkt dieser ausladende Schreibstil, dass die Spannung auf der Strecke bleibt, besser gesagt, gar nicht erst aufkommt. Die Handlung plätschert so vor sich hin und man fragt sich, warum man eigentlich weiterlesen soll. Erst als Indianas Mutter spurlos verschwindet, und das ist erst nach gut 300 Seiten von insgesamt 470 Seiten der Fall, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Die letzten Seiten sind richtig spannend erzählt und man hätte sich mehr davon im ersten Teil gewünscht.

Mit diesem Buch dürfte wohl keiner so recht glücklich sein. Die Krimileser nicht, weil die Spannung fehlt und die Allende-Fans auch nicht, weil es mit den typischen Allende-Büchern nicht mithalten kann.

Wer sich eine zweite und etwas positivere Beurteilung dieses Buchs anschauen möchte, folge mir bitte hier entlang.

The Secret – das Geheimnis

Dieses Buch von Rhonda Byrne, einer amerikanischen Autorin, ist mir gestern wieder einmal in die Hände gefallen. Schon der Titel macht neugierig, denn wer möchte nicht das Geheimnis ergründen, das unserem Leben zugrunde liegt. Wer möchte nicht die Spielregeln des Lebens kennen und lernen, wie man reich, berühmt und erfolgreich wird? So ging es mir damals, als ich das Buch vor vielen Jahren von einer Freundin empfohlen bekam. Zu Wort kommen, jeweils im Wechsel, Philosophen, Psychologen, Lehrer, Lebensberater, Motivationstrainer, allesamt in USA bekannt. Mir sagten die Namen leider nichts. Sie alle enthüllen das Geheimnis – das Gesetz der Anziehung nämlich – und erzählen uns von ihren großartigen Erfolgen und Errungenschaften im Leben, seit sie dieses Gesetz anwenden. Zugegeben ist das Buch typisch amerikanisch, es gleicht einem einzigen großen Werbeprospekt für ein schönes und erfolgreiches Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Aber die Quintessenz stimmt.

Das Gesetz der Anziehung, oder auch Resonanzgesetz, ist ein uraltes Naturgesetz, das diese amerikanischen Autoren natürlich nicht erfunden, aber für sich neu entdeckt haben. Und es funktioniert tatsächlich. Eigentlich ist es nichts anderes als eine Bestellung beim Universum aufzugeben, worüber ich letztens schon einen Beitrag geschrieben habe. Man geht mit seinen Wünschen, Träumen, Zielen oder Visionen in Resonanz, d.h. man denkt ganz fest an sie, stellt sie sich fast bildlich vor, spürt eine positive Emotion – und schon kann das Gesetz anfangen zu wirken. Und hier liegt meines Erachtens auch der springende Punkt – bei den Emotionen.

Da das Gesetz ja alles anzieht, womit man sich in Resonanz bringt, also auch schlechte Gedanken und Gefühle, sollte man seinen Gefühlen ganz besondere Beachtung schenken.
Es gibt zwei Arten von Gefühlen: gute und schlechte. Wenn ich mich schlecht fühle, dann ist es mir unmöglich, gute Gedanken zu haben, denn meine Gedanken verursachen meine Gefühle. Das ist so. Probieren Sie es einmal aus. Wenn ich mich also schlecht fühle, bin ich auf der Frequenz, mehr Schlechtes anzuziehen. So einfach ist das. So funktioniert das Resonanzgesetz. Empfinde ich gute Emotionen und Gefühle, wie Vorfreude, Glück, Dankbarkeit oder Liebe, dann werden mehr solcher Gefühle in mein Leben treten.

Nun fühlt sich aber kein Mensch ständig glücklich oder dankbar oder freudig erregt. Wenn ich also merke, dass ich mich grade wieder mal über einen Mitmenschen aufrege, niedergeschlagen bin, weil mein Plan nicht geklappt hat, oder Schuldgefühle habe, weil ich jemanden verletzt habe usw. dann gibt es da einen Trick, diese „schlechten“ Gefühle und Gedanken umzupolen, nämlich den Gebrauch der „Umschalter“. Umschalter sind Dinge, die in der Lage sind, unsere Gefühle im Handumdrehen umzupolen. Das kann für den einen eine schöne Erinnerung sein, ein tolles Erlebnis, ein Urlaub, für den anderen ein geliebter Mensch oder eine Lieblingsmusik. Für mich persönlich ist dies der Text eines Lieds, das mir aus dem Herzen spricht und mich unglaublich motiviert. Je mehr Umschalter man hat, desto besser. Je nach Gelegenheit oder Stimmung hilft der eine oder andere besser. Diese Umschalter bewirken tatsächlich, dass sich innerhalb von ein oder zwei Minuten, die Stimmung ändert und damit die Frequenz wechselt. Ein Versuch lohnt sich.

Wer mehr über Naturgesetze erfahren möchte (es gibt nicht nur das Resonanzgesetz, sondern auch das Polaritätsgesetz u.a.), dem empfehle ich das Buch von Rüdiger Dahlke „die Schicksalsgesetze“, das es jetzt übrigens ganz neu auch als Film gibt.