Die Macht der Dankbarkeit

Wenn wir abends unseren Tag Revue passieren lassen, gehen uns viele Gedanken durch den Kopf. Meistens sind dies Dinge, die uns ärgern, die nicht so toll gelaufen sind. Da hat eine Kollegin eine dumme Bemerkung gemacht, wir waren aber zu perplex, um schlagfertig zu reagieren. Wir standen wieder im Stau und kamen zu spät zur Arbeit. Das Kind hat eine schlechte Note nach Hause gebracht, obwohl wir das ganze Wochenende zusammen gelernt hatten. Der Partner ist zu müde, um mit uns in einen Kinofilm zu gehen, auf den wir uns schon lange gefreut hatten… und so weiter und so fort. Sie kennen das.

Wie wäre es denn, wenn wir uns nach einem arbeitsreichen Tag einfach einmal hinsetzen würden und uns die Dinge notierten, über die wir uns gefreut haben, die in uns ein gutes Gefühl hinterlassen haben, für die wir einfach dankbar sind. Das mag am Anfang etwas mühsam sein, denn wie wir feststellen werden, sind die negativen Dinge für uns präsenter, bleiben länger im Gedächtnis. Mit etwas Übung kommen jedoch die positiven Dinge in unser Bewusstsein. Das kann das Vogelgezwitscher beim Aufwachen, das morgendliche Wohlgefühl bei einer Tasse Kaffee und der Zeitung sein, die hilfsbereite Geste einer Kollegin, oder die aufmunternden Worte einer Freundin. Wenn Sie erst einmal angefangen haben, sich die guten Dinge des Tages bewusst zu machen und sich auch dafür zu bedanken, steigern Sie nicht nur Ihre Stimmung, sondern stärken auch Ihr Immunsystem, das ist wissenschaftlich bewiesen.

Dankbar sein hat aber nichts mit positivem Denken zu tun, wo wir uns Dinge schönreden und uns damit die Realität verschleiern. Dankbarkeit zeigen für die Dinge, die im Alltag gut gelaufen sind oder uns erfreut haben, heißt, in seine Kraft zu kommen. Durch das Gute, Schöne, was uns widerfahren ist, sind wir gestärkt und können so eher die Dinge aushalten, die nicht so gut laufen. In dem wir dankbar sind für die schönen Dinge unseres Lebens, schaffen wir ein kraftvolles Energiefeld, das bewirkt, dass noch mehr schöne Dinge in unser Leben treten. Probieren Sie es einfach mal aus. Es funktioniert!

Hierzu noch ein Buchtipp: Die Macht der Dankbarkeit von Alfred R. Stielau-Pallas

Neues von bösen Mädchen

Böse Mädchen klein

Lutz Herkenrath ist Schauspieler. Die wenigsten werden seinen Namen kennen. Sein Gesicht schon eher. Er spielte den fiesen Marktleiter Achim Schumann neben Gaby Köster in der erfolgreichen Serie “Ritas Welt”. Bereits davor sah man ihn als Florian Völkel in der Serie “Sonntag und Partner”, was ihm zu seinem Durchbruch im Fernsehen verhalf. Seit 2005 ist er auch Coach. In seinen Seminaren bietet er Erfolgsstrategien für mehr Durchsetzungskraft, Ausstrahlung und Charisma an. Einige dieser Strategien hat Herr Herkenrath in einem Buch zusammengestellt, das ich kürzlich gelesen habe. Der Titel “Böse Mädchen kommen in die Chefetage” ist  nicht ganz neu, denn er lehnt sich an die allseits bekannte Aussage an, dass böse Mädchen überall hinkommen. Warum also nicht auch in die Chefetage.

Erst einmal vorweg. Dieses Buch richtet sich an Frauen. An sogenannte “Schäfchen”, wie Herr Herkenrath sie nennt. Schäfchen sind Menschen, also vornehmlich Frauen – Männer haben dieses Problem weniger – die brav ihre Arbeit tun und dem lieben Frieden willen viel zu viel mit sich machen lassen und keine Grenzen setzen. Damit stellen sie ihr Licht unter den Scheffel und werden oft als nicht so kompetent angesehen wie ihre männlichen Kollegen, obwohl sie ihnen fachlich absolut das Wasser reichen könnten.

Das Buch ist kurzweilig und witzig geschrieben, immer wieder finden sich Fallbeispiele aus seinen Seminaren, und obwohl man sich selbst nicht gern als Schäfchen bezeichnen möchte, kann man sich doch an vielen Stellen wieder erkennen. Herr Herkenrath betont immer wieder, dass es ihm unerklärlich ist, dass Frauen sich gegenseitig nicht unterstützen, keine Netzwerke aufbauen, sondern ihre ganze Energie damit verschleudern, andere Kolleginnen eifersüchtig zu bekriegen und klein zu halten, anstatt sie zu protegieren. Männer machen so etwas nicht. So ist es wahrscheinlich auch zu erklären, warum wir Frauen uns immer noch so schwer tun, in Führungspositionen zu gelangen und dort auch zu bleiben.

Ein sehr lesenswertes Buch, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Lust macht, einige Strategien anzuwenden und damit zur eigenen Stärke zu finden. Wer Interesse an einem Seminar oder Vortrag hat, bitte hier entlang…