Heirate dich selbst

Dieser provokante Satz ist der Titel eines Buchs von Veit Lindau, auf das ich letztens in unserer Stadtbibliothek gestoßen bin. Es handelt von der Kunst, sich selbst zu lieben. Selbstliebe ist ein sehr schwieriges Thema. Jeder hat doch irgendetwas an sich, das er fürchterlich findet oder für das er sich schämt oder das er im schlimmsten Fall gar nicht sieht, weil er es völlig verdrängt. Und wie stelle ich das denn eigentlich an, mich selbst an die erste Stelle zu setzen, ohne dass ich als Ego abgestempelt werde? Wie setze ich meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche durch, ohne dass die Menschen, die mir nahe stehen, mein Partner und meine Kinder, darunter leiden? Das hört sich erst einmal widersprüchlich an, ist es aber gar nicht. Die Sache ist nämlich die, dass, wenn ich mir meine eigenen Bedürfnisse erfülle, es automatisch den anderen auch besser geht. Ich bin dann nämlich ruhiger, gelassener, eben einfach gut drauf und hadere nicht mehr mit meinem Schicksal.

Veit Lindau lädt in seinem Buch dazu ein, sich erst einmal seine eigenen Kriegsschauplätze bewusst zu machen. Und davon gibt es nämlich eine ganze Menge, zumindest bei mir. Das fängt nämlich beim eigenen Körper an, den man an einigen Stellen am liebsten auf den Mond schießen möchte (zumindest die Leserinnen unter Ihnen werden mir zustimmen) und hört dann bei eigenen Persönlichkeitsanteilen, die einen selber nerven oder mit denen man seine Mitmenschen nervt, auf.

Herr Lindau ist jedenfalls felsenfest davon überzeugt, dass man erst Frieden in der Welt schaffen kann, wenn jeder zuerst mit sich selbst Frieden schließt. Also, worauf warten Sie noch…

Heirate dich selbst von Veit Lindau